Familienstellen zu zweit - Wie soll das gehen?
Dies ist eine berechtigte Frage, wenn wir in Betracht ziehen, dass sich hier in der gemeinsamen Arbeit zwischen Klient und Helfer ohne weitere Stellvertreter Verstrickungen zeigen sollen. Tatsächlich halte ich diese Methode, die ich im Lauf der letzten Jahre immer weiter entwickelt habe, für revolutionär. Wenngleich sie die Kraft von Familienaufstellungen in der Gruppe nicht ersetzen kann bietet sie doch eine großartige Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen problematische Themen anzugehen. Gemeinsam begeben wir uns in einen Prozess. Im menschlichen Gegenüber, Aug in Aug, tritt eine Kraft zu Tage, die tief wirken und etwas in der Seele bewegen kann. In vielen gemeinsamen Prozessen mit Hilfe suchenden Menschen habe ich herausgefunden, dass über ein vertrauensvolles Sich-Einlassen auf den anderen und auf alles, was sich bei ihm und in mir zeigt, Lösungen passieren, die ungeahnte Kraft in sich bergen.
Durch die prozessorientierte psychologische Arbeit, wie ich sie bei Josefa Maria Walch gesehen habe, und bestärkt durch zahlreiche ermutigende Erfahrungen durfte ich lernen, mich der Weisheit der Gefühle anzuvertrauen. In Verbindung mit Bert Hellingers weiter entwickelter Form des Geistigen Familienstellens und unterstützt durch eine weite Wahrnehmung, die allem Schweren zustimmt, wie es ist, führt dieses gemeinsame Sich-Einlassen immer wieder zu Lösungen, die nicht vorhersehbar sind.
Voraussetzung für das Gelingen dieser Arbeit ist lediglich die Bereitschaft des Klienten, sich einem solchen Prozess mit allem, was sich vielleicht zeigt, anzuvertrauen.
